Montag, 7. Dezember 2009

Urlaub (nun mit Fotos)

Goa:

Firework display
Goa traffic
Our guest house
Yummie
Jonas and Aaron
Aaron, Jonas and Roy
Roy chills in front of our guest house


Kolkata:

Two tower church 1
Two tower church 2
Mother Theresa's grave
Jonas, Roy and Aaron in front of Baptist Chapel
Jonas bored in the train
Choire concert


Auroville:

Auroviller Strand
Ich im Auroviller Musem
Auroville Museum
Auroville am Morgen 1
Auroville am Morgen 2
Auroviller Strandcafe
Auroville bei Nacht
Auroville bei Nacht 2


Jonas reist durch Indien

[Fotos hochgeladen]

Ich hatte ja eigentlich vor, alleine quer durch Indien zu reisen, andere deutsche Freiwillige fuer ein paar Tage zu besuchen und mir ihre Einsatzstellen anzusehen. Ich habe dann 71 Mails verschickt und nach den ersten 15 Antworten (die nahezu alle sehr offen waren. Erstaunlich, wie viele mich sofort aufgenommen haetten) habe ich dann meine Route geplant und wollte fuer 6 Wochen in Indien unterwegs sein.
So schoen dieses Vorhaben auch klingt, so dumm ist es auch. Gluecklicherweise haben mich ein paar davon ueberzeugt, dass ein Weisser, der fuer 6 Wochen immer wieder vollgepackt alleine im Zug sitzt, nur eine geringe Chancen hat, mit all seinen Sachen wieder zu Hause anzukommen.
Also warf ich die Planung ueber den Haufen und wusste nicht, was ich tun soll und hatte Angst, alleine hier in Kodai zu verotten. Alle anderen Freiwilligen oder jungen Lehrer, die ich mag, reisen mit ihrer Familie oder ihrem Lebensabschnittspartner herum oder kehren einfach nur zu ihrer Familie in ein kleines Doerfchen oder aehnliches zurueck. Ich dachte, das wird mein einsamstes Weihnachten aller Zeiten. Gluecklicherweise hat mein bester Freund hier (Roy, mein Arbeitskollege) sofort gesagt: “Hey, komm doch einfach mit mir nach Kolkata.”, worauf ich antwortete: “Ja, cool, und lass dann gleich ueber Silvester nach Goa.” Eins, zwei, schwupp, beschlossen, gebucht, tadaaaaa, und ich sitze hier gerade am Morgen in Kolkata neben Roy, der noch nicht aufgewacht ist, an seinem Computer und schreibe den ersten Teil meines Urlaubsberichtes.

Fangen wir also an.
Am 2. Dezember fahren wir mit einem Bus in Kodaikanal los. Wir fahren vom spaeten Nachmittag bis zum fruehen Morgen des nachsten Tages. Viel Erwaehnenswertes gibt es von dieser Busreise nicht zu berichten, ausser, dass der Busfahrer zwei mal aus fuer mich zuerst unerklaerlichen Gruenden angehalten hat, bis mir Roy erklaerte, dass wir zwei mal an typischen hinduistischen Gebetsstaetten vorbeigefahren sind und der Busfahrer dort fuer mehrere Minuten gebetet hat.
Um 3.30 Uhr kommen wir also in Pondicheri an, wo Roy’s Freundin uns begruesst und mit einem Taxi zu sich nach Auroville bringt. Sie hat dort ihr kleines eigenes Haeuschen auf dem Grundstueck ihrer Mutter. Und Auroville ist ein Platz, wie ich ihn noch nie gesehen habe.
Es ist traumhaft idyllisch auf eine Art und Weise, wie man es sich nicht vorstellen kann, da es keiner typischen tropischen Vorurteils-landschaft aehnelt. Roter Sand, viele viele Baeume, eine Menge exotische Tiere, aber auch ne Menge Kuehe, eine Menge Peacocks, die immer herumschreien und wie fette Katzen klingen und vieles mehr. Es ist aber vor allem auch fuer indische Verhaeltnisse aeusserst sauber und Roy war ganz erstaunt, dass die dort so etwas aehnliches wie Muelltrennung haben.
Erstaunlich war auch das Account System:
Man konnte ueberall mit seinem Account aehnlich wie PrePaid bezahlen. Man muss nur seine AccountNummer angeben und seinen Namen und dann unterschreiben. Selbst wenn man kein Geld mit hat, kann man also ueberall etwas kriegen und notfalls mit Papis Account bezahlen.
Noch seltsamer aber als die Landschaft sind die Einwohner. Auroville ist naemlich so eine Art Hippiezufluchtsort fuer Europaer. Vor allem Deutsche und Niederlaender gibt es da eine Menge. Und die paar Restaurants und Strandbars haben auch gerne mal suedeuropaeisches Flair (Ich war total begeistert, als ich auf der Speisetafel Baguette las, leider servieren die das immer nur am Wochenende und wir waren dort nur fuer 3 Wochentage). Am Strand sieht man immer mal wieder Leute Joga machen.
Ich hatte mich prompt wohl gefuehlt. Doch dann haben wir am ersten Abend das Youth Center besucht.
Als wir dort ankamen, war ich zuerst hellauf begeistert. Es war wie im Film. Das Youthcenter sieht aus wie Nimmerleindsland, wenn Peter Pan ein Surfer gewesen waere. Holzhuetten, Baumhaueser Surfbretter etc und es wurde sofort fuer die Allgemeinheit Essen zubereitet. Es ist voller junger (weisser) Leute und alle sprechen in einem Mix aus Englisch, Deutsch, Franzoesisch und Holland- und Schweizerdeutsch, lachen und haben Spass. Doch versuche mal, als jemand, der nicht zur Auroville Community gehoert, an diesem Spass teilzuhaben. Gegenueber Fremden ist diese naemlich auesserst unfreundlich. An einer Kommunikation teilzuhaben ist nahezu unmoeglich, geschweige denn, eine zufzubauen. Selbst, oder gerade, wenn sich jemand auf Deutsch unterhaelt. Am praegnantesten war der eine Satz, der fiel, nachdem ich mich versucht habe, in eine Diskussion einzuklinken. Zwei junge Maenner haben sich auf Deutsch unterhalten und als sie kurz nichts gesagt haben, meinte ich: “Oh schoen, ihr sprecht Deutsch, da kann ich mich beteiligen.” Worauf hin der eine sehr patzig und kurzatmig sagte:”Ja aber wir sind ja keine richtigen Deutschen, sondern nur auf dem Papier.”, sich umdrehte und die Diskussion beende. Mir blieb dann nicht anderes uebrig als “OK, ‘tschuldige.” zu antworten, woraufhin ein Mix aus Brummeln und “Ja” zurueckkam und er sich in ein Gespraech mit jemand anderen vertiefte. (Wohl nicht verwunderlich, dass ich keine Fotos vom YouthCenter gemacht habe.)
Gluecklicherweise sind wir dann schnell wieder abgehauen und haben zu viert eine eigene kleine private Party bei Roy’s Freundin geschmissen.
Wir blieben in Auroville fuer 2 ½ Tage und es war (bis auf das YouthCenter Erlebnis) wunderschoen.
Am Mittag des vierten Dezembers also fahren wir mit dem Taxi nach Chennai und haben Bammel, dass wir zu spaet ankommen, da das Ticket “16.30” sagt und wir um 16.00 Uhr immer noch im Taxi sassen. Wir kamen aber noch puenktlich an und warteten auf den Zug. Als dieser dann selbst fuer indische Verhaeltnisse aeusserst spaet war, wurden wir nervoes, ob wir vielleich doch zu spaet waren, bis Roy aufschrecke, als er auf sein Ticket schaute. Es hat naemlich irgendwer irgendwas auf sein Ticket mit Kuli draufgekritzelt und man konnte nichts erkennen ausser in der Mitte “22.30”.
Ich stoehnte auf, das haette er auch schon frueher bemerken koennen. Wir fragen also am Schalter (wenn man das so nennen kann) nach und tatsaechlich: Wir sind viel zu frueh. Kurzerhand geben wir unser Gepaeck in die Obhut des Gepaeck-aufbewahrungsraums-Waechters (oder wie auch immer) und fahren mit einer Rickshaw in die “Spencer-Mall”. Dort hatten wir den ersten richtigen Burger nach einer langen langen Zeit bei Kentucky Fried Chicken. Das war herrlich. Wir wandern ein wenig herum (Ich kaufte noch ein Calvin und Hobbes Buch sowie eine Sonnenbrille) und dann war es auch schon 20.00 Uhr. Wieder mit einer Rickshaw zurueck zum Bahnhof und in eine Bar in der Naehe des Bahnhofs. Nach einem Whiskey gehts dann also zum dritten Mal am diesen Tag zum “EGMORE” Bahnhof in Chennai und nun warten wir wirklich auf den sich verspaeteten Zug, um einen Abend, zwei Naechte, einen ganzen Tag und einen Morgen in einer kleinen Liegekabine zu verbringen.
Die Zugfahrt war genauso, wie man sie sich vorstellt. Man liegt in seiner klitzekleinen Kabine und nach einer langen langen Zeit voller Ruecken- und Halsverspannungen fragt man sich zum 3000. Mal an diesem Tag, ob man Musik hoeren, lesen oder aus dem Fenster schauen soll. Aber immerhim, fuer eine dieser Sachen entscheidet man sich irgendwann immer.
Endlich angekommen, schleppen wir eine unertraeglich lange Zeit unser Gepaeck durch den Bahnhof und wimmelten gefuehlte 100 Maenner ab, die unser Gepaeck fuer uns tragen wollten. Diese Maenner verlangen dann immer eine Unmenge Geld, abgesehen davon, dass sie total schnell sind und, wenn man nicht selber schnell genug hinterherhechtet, sieht man sein Gepaeck nie wieder. Das Abwimmeln ist gar nicht mal so einfach, da diese sehr hartnaeckig sind und auch versuchen, einem einfach das Gepaeck einem aus der Hand zu nehmen. Wir haben es aber geschafft und waren erleichtert, endlich im Taxi zu sitzen.
Roy hatte mich aber schon vorgewarnt: Die Behausung ist nicht gerade luxorioes. Und das ist noch nett ausgedrueckt. Aber ich komme schon zurecht (keine Angst, Mama und Papa!!).

Roy’s Vater hat schon den gesamten Kolkata Trip, sich selber als Rundfuehrer, fuer mich geplant. Am ersten Tag ging es auch schon los und wir besuchten einen Gottedienst in der Kirche, an der wir auch Weihnachten sein werden. Aber, oh Mann, das ist keine normale Kirche. Zuerst war ich hellauf begeistert, weil es so losging wie in den Filmen, in denen schwarze Gospel-Kirchen zusammen aufstehen, tanzen uns singen. Das war richtig cool.
Der gesamte Gottesdienst ist eigentlich ein Zusammenspiel zwischen der Menge und dem Priester (oder was auch er auch sein mag). Ein Mann im Anzug, der herumschreit und immer wieder “HAAAAllelullia” aus der Menge zurueck kriegt. Das war wirklich wie im Film: Er: “Praaaaaaise the lord”, Menge: “Hallellullia” “LIVE ...” “Oh yeah” “... in the LOVE ...” “Yes, yes, sir” “...of the GREAT GREAT ...” “Amen, amen” “... one, the one who LOVES ...” “You say it!” “...ALL OF US...” “AMEN!!” “...As lonnnng ...” “Oh yes!!!” “...as we PRRRRAY!...” “AMEN!!!” “...The Gooood of all...” “Yes, yes!” “...and his SONNN ...” “Amen!!” “JEEEEESUUUUS CHRIST!!!” “HAAAAAAAAAAALLELLULLIA!!!!!!”
Irgendwann habe ich echt Angst gekriegt, wenn um mich herum die Menschen mit erhobenen Amen weinend stehen, schreien und herumspringen, waehrend vorne ein Mann schreit und singt und alle herumwippen. Dieser Enthusiasmus steigerte sich selbst aufs Hefstigste. So cool die Lieder auch waren (die mit einer auesserst guten Rockband und richtig guten Saengern begleitet wurden) und so ansteckend die Musik auch war, ich konnte es nicht geniessen und war froh, dort wieder raus zu sein. Zum Glueck meinte Roy’s Vater, dass der Weihnachtsgottesdienst formeller sei.
Ich als nicht gerade christlicher Mensch, der sich gerne als “Agnostiker” bezeichnet, fuehlte mich echt nich wohl.
Nach indischem Mittagessen, hat er mich, Roy und Aaron, ein Freund Roy’s, herumgefuehrt und mehrere Kirchen etc gezeigt. Ausserdem waren wir im “MotherHouse”, in dem Mutter Theresa gelebt und gestorben ist. Ich konnte mir ihr Zimmer ansehen, das nach ihrem Tod nicht mehr veraendert wurde, und ausseredem ist in diesem Haus auch ihr Grab, das wir besuchten.
Der Tag war anstrengend aber sehr erfahrungsreicht und schoen, doch Schlaf und Ruhe war uns nicht gegoennt. Denn als wir nach Hause kamen, hatten wir keine 20 Minuten Zeit, bis wir wieder aufbrachen, da Roy’s kleine Schwester ein Chorkonzert hatte. Und der Chor war unglaublich gut!! Er hat nur populaere Sachen gemacht aber das war unfassbar. Sie hatten ein paar Solosaenger, die alle fuer sich unglaublich gut waren, vor allem aber der Hauptsolist, der eine unglaublich geile Stimme hat! Sie haben sogar High Shool Musical gesungen. Dann zum Schluss meinte der Chorleiter: “Das naechste Stueck ist ein Experiment, da keiner von uns, noch nicht mal ich, Noten lesen kann.” Und dann haben sie eine Variation von Mozarts “Ave Maria” gesungen. Und du meine Guete, das war grausam!!! Kein Ton traf, jedoch jeder war unertraeglich laut und dann durch die Mikrophone auch noch verstaerkt. Und wie das so ist, kommt zu viel in ein Mikrophon, uebermatschen sich die Frequenzen und es wird nur noch unertraeglicher. Das war so, so schade.
Zum Glueck haben sie mit der Zugabe “Rocking around the Christmas Tree” wirklich alles wieder gut gemacht.
Nach diesem Open Air Konzert mit einer guten Bar war dann der Tag wirklich zu Ende und Roy und ich sind erschoeft ins Bett gefallen.
Und nun ist es auch schon der naechste “Morgen” (12:51 Uhr) und mal sehen, was uns erwartet. Sobald ich mal Internet habe, kann ich dieses hochladen, doch ich weiss nicht, wann das sein wird.
Bis dahin, alles Gute und bis zum naechsten Bericht.
Euer, Ihrer und dein Jonas!

Mittwoch, 18. November 2009

Ein großer Schock

Vor einer Woche ist Keon Hee Lee, ein koreanischer Neunt-klässler, auf das Dach des Indoor-fields gestiegen. Dabei ist dieses eingebrochen und der Junge fiel auf das Steinfeld.
Er wurde nach Madurai ins Krankenhaus befördert und dort für eine Woche behandelt. Sein Zustand war immer kritisch, jedoch soll er sich stetig verbessert haben und wir waren guter Hoffnung, dass wir ihn gesund wiedersehen werden.

Heute Morgen ist er aufgrund einer Infektion, die seinem Zustand zu schaffen machte, gestorben.

Die gesamte Schule ist unter Schock. Man geht auf dem Campus herum und sieht die Leute fassungslos beieinander stehen und sitzen. Es ist eine schwere Situation für alle.

Unsere Gedanken sind bei der Familie.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich jetzt noch weiteres schreiben soll. Ich hoffe, dass seine Familie und Freunde sich gegenseitig genug Trost spenden können, um dieses zu überstehen.

Sonntag, 15. November 2009

November-Bericht

Es tut mir Leid, aber in letzter Zeit passieren viele Dinge, die mir Zeit und Energie nehmen, sodass ich zu wenig in diesen Blog schreibe. Jedoch habe ich mir fest vorgenommen, nach den Ferien wieder mehr zu berichten.
Vorletzte Woche sollte das Englisch-Programm Premiere haben (Meine Idee ist, Tamil Unterricht für Schüler in den Waisenhäuser gleichzeitig mit Englisch Unterricht für Waisenhauskinder geben zu lassen).
Es sollte eine Art Test-Pilot werden. Zwei Lehrerinnen sollten Unterricht geben, jedoch wurde eine von beiden krank und wir haben uns überlegt, dass wir vielleicht nächstes Semester (Januar) dann richtig groß einsteigen. Ein kleiner Rückschlag, der aber normal ist, wenn man etwas ganz neues aufbauen möchte. Und im Januar geht es dann richtig los.
Letzte Woche ist ein riesiger Baum (die Bäume sind hier viel größer als in Deutschland) umgefallen und hat mit der Krone unser Haus getroffen. Es ist nicht viel passiert, außer dass der Baum die Stromleitungen durchtrennt hat, sodass wir mehrere Tage keinen Strom und somit kein warmes Wasser hatten. Ich habe mich an meine ersten 1 ½ Monate in meiner ersten Behausung zurückversetzt gefühlt. Jedoch ist nun wieder alles so, wie es sein soll.
Unser Social Experience Department hat inzwischen ein eigenes Auto, sodass wir nun jeden Tag im Mercy Home und im Tribal Orphanage Essen verteilen können. Roy und ich haben schon unseren indischen Führerschein beantragt, jedoch warten wir auf den zuständigen Herren (keine Ahnung, ob er Beamter oder Fahrlehrer oder ähnliches ist), der mit uns ein paar Meter fährt und dann entscheidet, ob und wie viel Fahrstunden bzw. Fahrprüfung wir brauchen.
Ich wurde zum Kapitän des Staff-Fußball-Teams ernannt. Wer meine bescheidenen Fußballkünste kennt, der erkennt, wie schlecht dieses Team sein muss, wenn ich der beste Spieler des Teams bin. Wir haben jedes Spiel verloren und ich verzweifelte jede Woche erneut an den ehrlich gesagt grottenschlechten Mitspielern :-D. Sobald ich zum Beispiel einen Pass spiele, renne ich zurück, da ich weiß, dass der Ball eh wieder verloren geht und ich wieder verteidigen muss. Zur Entschuldigung muss ich sagen, dass alle anderen Mitspieler Amerikaner und Inder sind, und Fußball ist weder hier noch in Amerika unbedingt der beliebteste Sport. Ich versuchte, ihnen ein wenig deutsche Fußballphilosophie beizubringen und alles auf Defensive zu stellen. Das Ergebnis war, dass wir nicht 0:9 sondern nur 0:2 verloren. Immerhin ein Fortschritt. Jetzt ist die Saison zum Glück vorbei und ich kann wieder nachmittags mit den Schülern kicken.
Im Urlaub wollen Roy, Ola, Gelek (durch Zufall alle Tibeter) und ich nach Goa. Ich werde dann außerdem noch nach Bangalore zum Zwischenseminar. In Goa werden wir wohl bei den Cousins von Gelek übernachten. Wenn das Geld reicht wird vielleicht auch noch ein kleiner Trip nach Bombay drin sein, aber mal sehen, ob das auch funktioniert.
Wie danach mein Trip aussieht, weiß ich noch nicht. Es sind 5 Wochen Ferien, von denen nur diese 4 Tage Goa Anfang Dezember geplant sind. Ich bin ein wenig (=“sehr“) ängstlich, dass ich 4 Wochen lang vor Einsamkeit eingehe, da nahezu jeder Volunteer mit Familie oder Freunden, die nach Indien kommen, unterwegs sind. Roy hat mir heute angeboten, nach Kolkata über die Feiertage zu seiner Familie mitzukommen, was sehr schön ist, jedoch auch merkwürdig sein kann. Mal gucken, ob das möglich ist. Ich schaue mich noch nach weiteren Möglichkeiten um, doch ehrlich gesagt sind die ein wenig rar. Außerdem habe ich auch nicht allzu viel Geld. Naja, ich kriege das schon irgendwie hin.
Am Samstag waren unsere letzten SoEx Saturday Activities für dieses Semester (vieles, was von dem ich in diesem Blog berichte, findet am Samstag statt, die Verwaltung und Planung etc. über die Woche). Jetzt reflektieren wir viel darüber, was gut und schlecht war und wie wir all dieses im nächsten Semester verändern können. Ich werde ein wenig die Administration verändern, da doch vieles viel zu umständlich und unübersichtlich ist, jedoch sind das kleine Änderungen (wie zum Beispiel Online-Eintragslisten). Doch wirklich am Herzen liegt mir natürlich das Englisch-Programm.
Das war ein weiterer Zwischenbericht, viele liebe Grüße an alle und bis bald =).
Jonas

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Quartalsbericht

Hey Folks,

tut mir Leid, hier hat sich seit einer gewissen Zeit nicht so viel getan.

Ich habe heute meinen Quartalsbericht fertig gestellt und werde ihn hier einmal veröffentlichen.
Über einiges habe ich schon geschrieben, einiges, vor allem die letzten Absätze, sind neu.

Das war schon wieder ein kurzer Beitrag.
Bald wird es wieder längere auch mit Photos geben.

=) Jonas


Quartalsbericht:

Quartalsbericht von Jonas Hauke Kodaikanal, Tamil Nadu, Indien

Die ersten drei Monate meines Freiwilligen-Dienstes an der Kodaikanal International School, drei wundervolle Monate in der Comunity einer internationalen Schule oder auch: drei Monate Indien-Light

Nach einer turbulenten Hinreise bin ich am 16. Juli müde und erschöpft in Kodaikanal direkt in der Kodaikanal International School von Mario Schultz, meinem Vorgänger, empfangen worden.
Dass er und Elena Schepan noch für knapp 1,5 Monate mich durch meine erste Zeit in Kodai begleiteten, herumführten, allen möglichen Leuten vorstellten und einarbeiteten, war nicht nur angenehm, sondern auch Gold wert.
Einer der ersten Sätze Marios war: „Dir wird schnell bewusst, dass dieser Freiwilligen-Dienst wirklich etwas bewirkt.“
Und er hat Recht:
Ich arbeite im Social Experience Department. Das Department kümmert sich darum, dass die Schüler sich sozial engagieren. Dabei stehen wir im Kontakt zu mehreren Einrichtungen: Zwei Waisenhäusern (Shenbaganur und Tribal Orphanage), einem Altenheim (Mercy Home), einem Heim für Menschen mit „Special-Needs“ (Polio Home) und einer Grünanlage zur Neuerrichtung von durch Umweltverschmutzung gefährdeten Pflanzenarten.
Einer der ersten Plätze, die ich gesehen habe, war das Shenbaganur-Orphanage. Ein Waisenhaus mit geschätzten 30 Kindern zwischen 5-10 Jahren, das von viel zu strengen Frauen geleitet wird, aber unglaublich motivierte und süße Kinder beherbergt. Der Grund für den Besuch war, neben dem provisorischen Kennenlernen des Waisenhauses, dass holländische Austauschschüler in ihrer Heimat Geld gesammelt haben und Jacken und Schuhe für die Kinder gekauft haben.
Inzwischen bin ich jede Woche im Shenbaganur Orphanage. Jeden Samstag verteile ich mit 5 jeweils wechselnden Schülern Essen, das in der Kantine übrig blieb.
Doch leider haben wir immer mehr den Eindruck, dass die Leiterinnen des Waisenhauses nicht daran interessiert sind, dass ihnen langfristig geholfen wird. Man wird das Gefühl nicht los, dass sie am liebsten einfach nur Geld haben würden. Zum Beispiel wollten sie die holländischen Austauschschüler davon überzeugen, auch den Leiterinnen, die heile Schuhe hatten, neue Schuhe zu kaufen. Frei nach dem Motto: Die Europäer haben Geld, können es hier lassen und dann wieder gehen. Das SoEx-Department überlegt, ob es die Activities für das Shenbaganur Orphanage einschränkt, doch halte ich das nicht für eine gute Idee, da letztendlich dann die Kinder darunter leiden würden.
Die zweite Adresse, an der geholfen wird, ist das Mercy Home. Dort leben größtenteils alte Frauen, aber auch zwei Männer, abgeschottet auf dem Berg und haben meist nicht die Kraft, ihr Haus zu verlassen.
Die Wohn – und Lebensverhältnisse sind natürlich nicht die, die man aus Europa kennt und selbst für indische Verhältnisse nicht gerade berauschend.
Wir besuchen jede Woche mit ungefähr zehn Kindern das Mercy Home und spielen Brettspiele mit den Frauen und Männern oder lassen uns ihre persönlichen Schätze zeigen, die sie mit stolzer Miene präsentieren und versuchen, auf Tamil die Geschichten darüber zu erzählen.
Wir haben genug Geld zusammenbekommen um ihnen neue Matratzen zu kaufen. Zwar sind die Betten alle unterschiedlich zusammengewürfelt und teilweise auch nur provisorisch, doch wir haben jedes Bett einzeln vermessen und maßgeschneidert herstellen lassen, sodass wir die Matratzen problemlos individuell verteilen konnten.
Samstags bin ich im selben Rahmen wie auch im Shenbaganur Orphanage mit den übrig gebliebenen Essen der Schule im Mercy Home und verteile es dort.
Im Tribal Orphanage findet jede Woche das sogenannte „Youthrise-Projekt“ statt.
Es ist dem des Shenbaganur Orphanage nicht ganz unähnlich, nur dass wir dort die Möglichkeit haben, interessante Aktionen mit den Schülern zu machen, die auch langfristig noch eine Wirkung haben. Zum Beispiel haben wir vor kurzem mit bunter Farbe die Einrichtung ein wenig freundlicher gemacht. Jedoch konnte jeder Schüler danach seine Kleidung wegwerfen oder als Mal-Kleidung verwenden, da das Streichen mit den Schülern und Kindern irgendwann in einer wilden und kompromisslosen Farb-Schlacht endete.
Im Polio Home sind Menschen mit speziellen Bedürfnissen beschäftigt. Ähnlich wie in deutschen Einrichtungen, wie zum Beispiel den Rotenburger Werken, führen sie zusammen leichtere Handwerke aus.
Zum Beispiel wurden die Plastiktüten in Kodaikanal nahezu abgeschafft. Stattdessen werden aus alten Zeitungen unter anderem vom Polio Home Papiertüten hergestellt.

Vor knapp drei Wochen war die sogenannte „Field-Trip-Week“. Anders als in Deutschland fährt an der KIS jede Klasse zur selben Zeit auf „Klassenfahrt“. Außerdem haben die meisten Klassenfahrten auch einen sozialen Hintergrund.
Ich bin als Chaperone auf den „EMOTE-Trip“ nach Chennai gefahren.
Ich war als einer von drei Chaperones, sozusagen als Begleiter der Leiterin, mit 26 SchülerInnen auf einem Field Trip mit dem Motto: Wir nehmen selbstgeschriebene Songs mit sozialen Aspekten auf, machen ein Musikvideo dazu und außerdem einen Auftritt. Während der Vorbereitung hat „Dash“ (offiziell „Ellen Walter“), die Field-Trip-Leiterin, mir die musikalische Leitung übertragen. Klingt soweit super spannend, aber es ist verdammt anstrengend, zeitraubend und vor allem auch nervenraubend, wenn 26 individuelle Künstler aufeinandertreffen und zusammen etwas vollbringen müssen (Tränen, Streits und Intrigen mit inbegriffen). Eine wirklich anstrengende Vorbereitungszeit.
Der Trip war aber super. Chennai ist zwar der heißeste und trockenste Ort, an dem ich je war, aber dennoch war es mal interessant, eine indische Hauptstadt zu besuchen.
Zuerst waren wir im Pratyasha Orphanage, ein Waisenhaus mit AIDS-Waisen. Über dieses handelt auch einer der Songs der aufgenommen wurde.
Vier Tage lang war ich dann in zwei verschiedenen, relativ professionellen Aufnahme-Studios (eines davon von einem der Gitarristen der Michael Jackson Tribute Band).
Dann haben wir selber im Waisenhaus und in den Staudämmen, über die das andere Lied handelt, gefilmt und waren darauf für einen Tag in einem Filmstudio. Dass wir mit dem einen Lied gegen Staudämme protestieren, hat den Hintergrund, dass ganze Dörfer vertrieben und umgesiedelt werden, nur damit ein einzelner Konzern an Wasser Geld verdient.
Bisher haben wir es „nur“ in die Tageszeitung Chennais geschafft, aber wir hoffen auch bald im Radio zu hören oder vielleicht im Fernsehen zu sehen zu sein.
Persönlich habe ich eine tolle Zeit bisher mit tollen Leuten. Doch eine Sache stellt mich noch nicht ganz zufrieden:
Ich habe das Gefühl, dass ich hier zwar einiges tue, doch dass alles schon vorgefertigt ist. Ich habe den Idealismus, dass ich selber etwas hochbringen kann, was sich langfristig in der Sozialarbeit der Schule integriert.
Deswegen plane ich gerade, schon mit Zustimmung meiner Chefs, ein neues Projekt, das in die Arbeit des SoEx Office mit eingebunden werden soll:
Englischunterricht für Waisenhauskinder in Verbindung mit Tamilunterricht für Schüler der KIS. Geplant ist, dass es ab Januar, also dem neuen Semester, startet. Ein kühnes Vorhaben, das aber hoffentlich mit einer gewissen Nachhaltigkeit in die Tat umgesetzt werden kann.
Die ersten drei Monate sind wie im Flug vergangen und ich freue mich auf eine weitere tolle Zeit an der Kodaikanal International School in Indien.
Ich berichte in meinem Blog noch ein wenig ausführlicher über meine Zeit. Die Adresse ist:
http://jonaskisandreanum.blogspot.com

Sonntag, 13. September 2009

Ultimate Frisbee, Kühlschrank & die Anti-Chili

Auch dieses Wochenende habe ich wieder Bin Labeling und Food Distribution geleitet, doch da ich da schon drüber berichtet habe, werde ich heute einmal beschreiben, was man als Volunteer in Kodai am Wochenende so alles treibt:

Der Freitag war relativ ruhig und ereignislos (außer, dass wir, wie ich gleich noch berichten werde, einen Kühlschrank gekriegt haben).

Am Samstag jedoch war abends eine nette Party bei einer Freundin, die direkt um die Ecke wohnt. Sophie, genaugenommen die Freundin meines Mitbewohners, hat ihren Geburtstag nachgefeiert. Es waren knapp 15 Leute da und der feuchtfröhliche Abend ging bis spät in die Nacht.

Am Sonntag dann wurde Ultimate Frisbee gespielt. Das war eine tolle Sache, vor allem, da es in Strömen (!!) gegossen hat und wir mehr damit beschäftigt waren, unsere T-shirts auszuwringen, als wirklich zu spielen. Man kann es "Ironie des Schicksals" nennen, dass meine kurze Sporthose in der Wäsche war und ich an diesem Tag eine Badehose anhatte.
Mein Mitbewohner Oliver, der noch Minuten zuvor alle, die nicht in den Regen gelaufen sind, großkotzig als "Sissi" bezeichnet hat, ist schon nach knapp 20 Minuten nach Hause gegangen :-D. Wir anderen haben knapp 1 1/2 Stunden knallhart durchgespielt und sind triefend nass und voller Matsch in freudiger Erwartung einer heißen Dusche nach Hause gegangen.
Leider ist die Schülerin, die zugeguckt hat und der ich meine Kamera in die Hand gedrückt habe, nicht so sehr mit der Technik von Fotos bzw. Kameras vertraut, sodass die Aufnahmen ein wenig schlecht sind. Egal, hier sind sie.

Wir haben jetzt einen Kühlschrank =). Nachdem ich ein wenig quengelnd die Schulleitung (genaugenommen das Human Resources Department) bearbeitet habe, kamen am Freitag ein paar nette Herren mit einem großen, roten Kühlschrank inklusive Gefrierfach zu uns nach Hause. Ich habe zwar knapp eine halbe Stunde gebraucht, um das unerträgliche extrem laute Knattern mit alten Holzstücken aus dem Feuerholz in ein immer noch relativ lautes aber deutlich erträglicheres Summen zu verwandeln, doch wir werden bald ein Stativ dafür kaufen.

Und wo wir schon bei Küche sind: Auch Chilis sind nur Menschen.

Ich habe auf dem Sonntagsmarkt letzte Woche ein paar Chilis gekauft und eine einzige Chili ist, im Gegensatz zu den anderen grünen Chilis, von einen Tag auf den anderen knallrot geworden. Entweder ihr ist etwas furchtbar Peinliches zugestoßen, oder es will sich einfach nicht dem Mainstream anpassen. Nur tote Chilis schwimmen mit dem Strom, oder so... Den Frühzünder habe ich auf jeden Fall einmal fotographiert.

Und da sich meine kleine Schwester immer beschwert, dass ich ihr in meiner knappen Zeit nur spärlich antworte, hier ein kleiner Beitrag für sie:

Meine Schwester erlebt in letzter Zeit richtig viel. Zum einen ist sie auf einen Schlag das einzige Kind zu Hause. Vorher noch von drei großen Brüdern gequält und behütet, nun auf sich alleine gestellt mit neuen Freiheiten aber wohl auch mit einer gewissen Menge Langeweile.

Die ehemals kleine blonde behütete Prinzessin Felicitas, auch die Gewitter-Hexe Lilli, die sich immer gegen ihre drei großen Brüder durchsetzen muss, wird langsam aber sicher zur jungen Frau, die schon mit 17 ihr Abi macht und danach auf einen Praktikumsplatz in Panama hofft.

Da ließ das erste wirklich große Konzert ohne ein Familienmitglied, ein Clueso-Konzert in Hamburg, das mir auch von Freunden als bestes Clueso-Konzert aller Zeiten beschrieben wurde, auch nicht lange auf sich warten.

Sechzehn ist sie nun, mit vielen Freunden und sie muss sich meiner Meinung schon viel zu früh Gedanken über ihre Zukunft machen.

Zum Glück weiß ich, dass es immer noch genug Menschen gibt, die auf sie aufpassen.

Als ihr großer Bruder muss ich sagen, ist es schwer, gerade von ihr getrennt zu sein ... Sie ist nunmal meine kleine Schwester und ich kenne sie seit ihrer Geburt und habe sie behütet und beschützt ^^. Manchmal :-P (ne, Sebi?!).

Ein Foto kann ich leider nicht hochladen, da ich auf dem Computer kein Foto mehr von ihr habe, seitdem er vor einer Woche abgeschmiert ist. Dafür hängt sie eingerahmt in meinem Zimmer (genaugenommen trage ich sie auf meinem Rücken).

Das wars soweit von mir, bis bald

Jonas

=)




Samstag, 5. September 2009

Food Distribution & Led Zeppelin shirts

Nachdem ich am heutigen Samstag wieder das Bin Labeling geleitet habe, war ich auch noch das erste mal für „Food Distribution“ verantwortlich.
Das heißt, ich bin mit 3 Schülern (geplant waren 5) vormittags ins Mercy Home und nachmittags ins Shenbaganur Orphanage gefahren und wir haben Essen aus unserer Kantine verteilt.

An sich finde ich zwar das Essen in unserer Kantine nach einer gewissen Zeit nicht mehr attraktiv, jedoch ist es für das Mercy Home und das Waisenhaus wahrscheinlich das beste Essen in der Woche.
Deswegen ist man nach sechs Stunden Arbeit am Samstag (Bin Labeling und Food Distribution) zwar am Ende, jedoch ist man sich auch bewusst, was man geschafft hat.

Außerdem laufen hier viele Schüler mit Led Zeppelin T-shirts herum. Und da mein Bruder mir seines vermachte, besitze auch ich eines und zeige dieses des öfteren.
Da war es kein Zufall, dass mir Fiona, eine Schülerin, neulich "Jonas ... Led Zeppelin!!!" hinterherrief.
->*Knips*, schon wurde festgehalten.


=) Jonas



Mittwoch, 2. September 2009

Bin Labeling & der Mond

Hey Germans,

"hey German" höre ich hier häufiger. ;-)

Mir geht es hier immer noch richtig blendend gut.

Inzwischen haben wir einen neuen Volunteer im Büro. Roy, ein 21-jähriger Inder, der gar nicht indisch ist, akzentfrei spricht, wie ein Tibeter aussieht und alle möglichen Kulturen in den Genen hat. Tagsüber arbeiten wir zusammen, spätnachmittags sitzen wir noch im Büro und zocken öfter am PC und abends gehen wir auch mal ins Gym (= Sportraum).

Die letzten Wochen gab es hier eine übermäßige Angst vor Schweinegrippe.
Deswegen durfte sich kein Schüler außerhalb des Campus und der Dormplätze aufhalten, sodass die üblichen SoEx Aktionen (Waisenhaus, Mercy Home etc) die letzten zwei Wochen nicht stattfinden konnten.
Insofern haben wir uns andere sinnvolle Aktionen ausgedacht. Vorletztes Wochenende haben wir die Schüler Papier sammeln und außerdem Schablonen, auf denen "TRASH, no food" und "FOOD, no plastics, glass or metal" stand, machen lassen. Diese Schablonen haben wir letztes Wochenende benutzt: Insgesamt 76 Schüler in 9 Teams sind mit knapp 15 Chaperones (=Lehrer und anderes Staff, die die Teams geleitet haben) auf allen Schulgeländen herumgewandert und haben die Mülleimer angesprüht. Ich zeige euch ein paar Fotos von diesem "Bin Labeling", die ich geschossen habe.

Außerdem der Mond, fotographiert in Indien.

=) Jonas



Sonntag, 23. August 2009

KRANK (gewesen) / Mein neues zu Hause

Ich habe die gesamte letzte Woche zu Hause verbringen müssen, weil mich ein fetter Grippe-Virus erwischt hat, der in der gesamten Schule umherging.

In dieser Zeit habe ich mich zu Tode gelangweilt, mich von Müsli, Sandwich und Nudeln ernährt und das indische Fernsehen auswendig gelernt. Zwar laufen auf ca 5 Sendern durchgehend gute amerikanische Sendungen, dennoch nervt es nach einiger Zeit, wirklich GAR nichts zu machen (Und außerdem gibt es Zeiten, wo ungelogen Werbung im 5 Minuten Takt läuft. Bestes Beispiel: Bei einer Quizshow nach jeder Frage ein Werbeblog. Da wird man verrückt!!).

Glücklicherweise geht es mir aber wieder ganz gut, sodass ich morgen wieder arbeiten kann. Ich bin froh, wieder rauszukommen, auch wenn mein neues zu Hause richtig schön ist!!!

Zwar will ich meine Wand noch mit Fotos und ähnlichem um einiges farbenreicher machen, dennoch zeige ich euch einmal ein paar erste Bilder, die ich spätnachmittags, also schon in der Dämmerung, geschossen habe.

=)

Mein Zimmer 1

Mein Zimmer 2

Küche

Mein eigenes Badezimmer

Wohnzimmer

Mittwoch, 12. August 2009

Spende von Verwandten, Camp, krank, Mario und Elena sind weg

Vorab:

Entschuldigt, dass ich so lange nicht mehr gepostet habe.

Heute erreichte mich eine Mail, dass meine Verwandten aufgrund der Berichte in meinem Blog für das Waisenhaus (Shenbaganeur Orphanage) spenden =). Vielen vielen vielen lieben Dank, mit dieser für den westlichen Standart ertraglichen Summe kann man hier in Indien eine Menge (!!) bewirken! Vielen lieben Dank Oma, Tante Birgit, Christina und Dennis, auch von den anderen SoEx-Mitarbeitern.

Am Wochenende war ich auf einem Camp.
Ein paar Schüler aus der 12. Klasse, ein paar Lehrer und ich haben drei Tage an einem sehr schönem See verbracht, das Wetter war gut und ich hatte (zum Glück) zwei Bücher mit.
An sich eine schöne Sache, aber auch ein bisschen langweilig.
Viel gibt es nicht zu berichten, dennoch habe ich ein paar Fotos genkipst.

Den gestrigen Tag habe ich im Bett verbracht, da ich seit Montag krank bin. Da man in Indien bei dem kleinsten Verdacht auf Malaria, das sich ähnlich wie eine Grippe äußert, zum Arzt gehen soll, bin ich heute aus Vorsorge bei der Doktorin gewesen, ich habe jedoch nichts Tragisches, sondern nur einen kleinen Virus, der gerade durch die gesamte Schule geht.

Ein wenig traurig war heute der Abschied von Mario und Elena, die gerade auf dem Heimweg nach Deutschland sind. Vor allem Mario hat mich hier super eingelebt und ich habe ihm einiges zu verdanken. Mal sehen, wie ich mich bei der Arbeit nun alleine so schlage. Aber ich denke, dass ich das auch gemeistert kriege. Und einen positiven Effekt hat es: Am morgigen Donnerstag werde ich mit Oliver zusammenziehen und meine ERSTE WARME (!) DUSCHE in Indien genießen können!! YES!! Allmorgendliche Katzenwäsche und alltägliches Abfrieren am Nachmittag unter der Dusche àde!!

=)

Jonas