zwei weltwärts Freiwillige haben ein Kontakt- und Blogverzeichnis weltwärts Freiwilliger für alle Interessierten eingerichtet.
Man kann auf Anfrage die Emailadresse des jeweiligen Freiwilligen bekommen, außerdem kann man dort per Direktlink auf deren Blog weitergeleitet werden. Ich habe mich natürlich sofort eingetragen. Man kann sich nun also im Vorhinein viel besser gezielt über die jeweiligen Einsatzstellen informieren ... absolut notwendig und nun endlich da, TOP!!!
Nun steht ab Anfang Juni wieder ein Urlaub an. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich das Reisen (Zug,Bus) in Indien nicht so gerne mag. Klar, sobald man bei seinem Ziel angekommen ist, macht es wieder Spaß, aber die Reise an sich ist lästig und unangenehm. Und da ich diese Schule hier mag, blicke ich nicht mit so viel Freude auf die Ferien, wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Vor allem aber liegt es wieder einmal daran, dass ich nicht weiß, was (und vor allem mit wem) ich machen kann.
Letztes Mal bin ich mit Roy, meinem Kollegen, herumgereist. Er ist ein total netter und toller Typ, aber um ehrlich zu sein, ist er eine Schnarchnase und verbringt den Abend a)aus finanziellen Gründen und b)aus Faulheit lieber zu Hause, als dass er Sachen sehen möchte. Die Erfahrung in Kolkata war äußerst nett und toll, aber wiederholen muss ich sie nicht nochmal.
Mein Mitbewohner fliegt nach Neuseeland und hat mir angeboten, dass ich auch mitkönne, jedoch ... tatatataaa ... Flugangst. Immer noch und stetig. Solang es sich vermeiden lässt, fliege ich nicht (versucht jetzt nicht, mich mit Sicherheit oder ähnlichem zu überzeugen, diese Angst ist nicht rational). Ich werde wohl mit Lisa, eine deutsche Freiwillige, weitere deutsche Freiwillige besuchen und außerdem haben wir die Idee, nach Agra zu fahren, damit wir auch Fotos von uns und dem Taj Mahal mit nach Deutschland nehmen können.
Aber, sollte ich Indien verlassen haben, ohne einmal in Bombay gewesen zu sein?
Goa ist eigentlich auch immer eine Idee, jedoch wird es vermutlich in Strömen gießen und da die Saison eh vorbei ist, dürfte auch alles abgebaut sein.
Falls ihr noch andere Ideen habt, bitte schreibt sie mir.
Außerdem ist mir (und meiner Familie auch) aufgefallen, dass ich (und Family) nicht mehr zähle, wie lange ich schon hier bin, sondern, wann ich wieder nach Deutschland zurück kehre. Drei Monate sind es noch.
Ich fange schon an, manchmal wieder euphorisch (und ängstlich) zu werden. Ich denke schon mit Magenkribbeln daran, wie ich in Hannover lande (mit totaler Erleichterung, weil ich nicht abgestürzt bin), meine Familie begrüße, in ein vernünftiges Auto ( ;-) ) steige, es wieder nach Deutschland riecht, meine Familie mich im Auto mit Fragen bombadiert, die ich im Jet-Lag noch nicht beantworten kann, weil ich total müde und erschöpft, aber auch aufgeregt bin. Wie wir die Kurve von der Autobahn herunternehmen und ich den Andreasturm zum ersten Mal wiedersehe. Ich fantasiere gerne davon, dass sich auf meinem so bekanntem Heimweg nichts verändert hat, fahre in Gedanken jede Kurve nach, gelange an die Straße, in der ich 15 Jahre aufgewachsen bin, steige aus, denke an meine Hunde, die mich begrüßen, an den Geruch, den man immer im Haus wahrnimmt, wenn man nach längerer Zeit wieder nach Hause kommt, an das Essen, das mich begrüßt (ich hoffe auf Mettbrötchen und abends Grillen mit gutem Bier =) ) an mein Zimmer, wie ich mit meinen Hunden vor Eli's Tür stehe (sollte sie zufällig aus Greifswald zurückgekehrt sein und nicht im Studentenstress stecken), um mit ihr eine Hunderunde zu drehen und immer mehr doch in Gesprächslaune gerate, wie ich andere alte Freunde begrüße, wie alles zur alten Normalität zurückkehrt und sich eigentlich nicht viel verändert hat, wie ich abends mit meiner Familie, die sich null verändert haben und schnell anfangen, mich wieder zu ärgern (Zitat: "Die ägga ägga mich imma"), und vielleicht auch ein paar Familienfreunden grille und quatsche, ich einfach wieder zu Hause bin und es schlicht und einfach genießen kann, wieder zu Hause zu sein.
Ja, so detailiert idyllisch idealisiere ich meine Ankunft.
Dabei weiß ich ganz genau, dass ich, sobald ich in meine Heimat zurückkehre, sofort auch das vermisse, was für mich ein Jahr mein zu Hause war. Aber man weiß immer erst, was man hat, sobald man es vermisst.
Denn hier passiert auch gerade einiges, was sehr viel Spaß macht.
Zum Beispiel ärgere ich hiermit ...
... heute einen großen Teil der Schüler.Manchester United, dem der Großteil der fußballinteressierten Schüler anhängt, wurde in der Championsleauge von Bayern München geschlagen und somit aus dem Turnier gekickt. Und wie wir Fußball-Idioten nunmal sind, habe ich aus Spaß mit vielen dieser Fans im Vorhinein einen verbalen Schlagabtausch nach dem anderen durchgeführt. Keiner hat auch nur im Entferntesten erwägt, dass ManU, auch noch gegen eine nicht-Premier-League-Mannschaft, und dann auch noch gegen eine deutsche, verlieren könne. Naja, nun lache ich aber am besten ...
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